Armenien

Armenien – das Land, in dem Krankenschwestern auf 10 cm Pfennigabsätzen 12-Stunden-Schichten schieben. Im Osten den Erzfeind Aserbaidschan und den Konflikt um Nagorno-Karabakh und im Westen den Erbfeind Türkei, im Gedächtnis den Genozid von 1915 – mittendrin herzliche, interessierte und gastfreundliche Menschen. Die Temperaturen lassen uns in die höheren Regionen fliehen und so besteigen wir fix den höchsten Berg Armeniens, den Aragats, und verweilen noch ein wenig am Sevansee in 2000 m ü. N., der uns an die Ostsee erinnert.

Immer wieder wird man herzlich (aber auch nachdrücklich) zum Grillen, Früchteessen oder „quatschen“ eingeladen (unser Schulrussisch ist leider schon soooo lange her). Und unsere zwei Hunde sind auch immer das Highlight. Yep, zwei Hunde! Nach drei Monaten Georgien haben wir uns noch ein schönes Souvenir mitgenommen. Sie hört auf den Namen Chacha und hat die letzten 1,5 Jahre in einer Schweißerwerkstatt an einer 1 m Kette in ihren eigenen Exkrementen 24/7 verbracht. Nicht einfach mit weichem Herz, aber jeden Morgen schauen uns nun zwei weitere überglückliche Augen ungläubig an, auf einmal das perfekte Hundeleben führen zu dürfen.

Also gehts in den Iran zu viert. Und das wird auch unser östlichstes Land auf dieser Reise. Kein Pakistan und kein Indien! Nach gut über einem Jahr Reisen wissen wir ganz genau was wir mögen und was nicht. Und der ganze Visastress (Pakistan und eigentlich auch Indien müssen in Deutschland beantragt werden) und die viele Fahrerei in heißen Regionen gehören nicht zu unseren liebsten Beschäftigungen. Wir lieben es einige Wochen oder sogar Monate an einem Ort zu verbringen und unseren Hobbys zu frönen und Mensch und Kultur besser kennenzulernen. Wir sind super froh unsere Visa nicht alle (wie üblich) vorher organisiert zu haben, so waren wir völlig frei und unabhängig.

Wir haben gerade mal durchgerechnet bisher sind wir ca. 15.000 km gefahren, ganz simpel durch die Anzahl der Reisetage dividiert, fahren wir durchschnittlich ca. 40 km pro Tag. Eher langsam, dafür sehen wir viel, haben keinen Stress, keinen Zeitdruck und sind immer bereit etwas länger zu verweilen. Aber keine Angst, so schnell kommen wir nicht zurück, es gibt auf dem Rückweg (und vielleicht auch etwas weiter westlich) noch viel zu sehen und zu erleben.

 

4 Kommentare

  1. Andrea & Björn
    Donnerstag, der 1. September 2016
    Antworten

    Hallo Ihr vier Beiden!
    Endlich möchten wir euch für eure Reiseberichte und die tollen Fotos einen „Daumen hoch geben“. Auf Empfehlung von Mutti Uta nehmen wir seit mehreren Monaten an eurem Touren teil und sind meistens ziemlich neidisch, auf das durch euch Erlebte. Durch eure mediale Reiseführung ist bei uns die Idee gereift, auch einfach mal in Georgien oder Armenien Urlaub zu machen. Darüber müssen wir mal ausführlicher sprechen, wenn ihr wieder daheim seid.
    Wir wünschen euch noch viele unvergessene Eindrücke und bleibt schön gesund
    LIebe Grüße aus der „alten Heimat“ von
    Andrea, Björn, Elea und Neltje

    • karl.steigel@gmail.com
      Donnerstag, der 15. September 2016
      Antworten

      Hey Ihr Vier,

      vielen vielen Dank für die lieben Worte und es freut uns, dass ihr unsere Reise aus Wieck verfolgt. Urlaub in Georgien oder Armenien können wir euch wärmstens empfehlen und spielen gerne Tourguide für euch. Gern wenn wir irgendwann mal wieder zurück sind, ansonsten gern auch via Skype oder Email. Bei all dem leckeren Honig haben wir tatsächlich öfters an eure Familie gedacht, liebe Grüße also auch an den Rest.

      Grüßt die Heimat und alle die wir kennen.
      Wir grüßen euch aus dem Iran (hier könnt ihr mit eurem Israel-Stempel im Passport nicht hinreisen 😉

      Annina, Karl, Luna & Chacha

  2. Indre
    Montag, der 10. Oktober 2016
    Antworten

    ah, every time reading your posts is like a gulp of happiness. I cannot express in words how much I’m missing living on a road. Now living a ’normal‘ life, renting a place to live and having a permanent job, its an incredibly difficult thing, Cannot wait till the next time we hit the road, Believe me, once vagabond, forever vagabond <3
    I'm incredible happy to hear the news about your second doggy, yet another beautiful soul you saved from miserable life and gave a, literally, gift of life. Honestly, sitting here, watching your photos and smiling!
    Warmest regards from Indre and Vadis, two Lithuanians you met in Leonidio!

    • karl.steigel@gmail.com
      Montag, der 10. Oktober 2016
      Antworten

      Hey guys, thanks for the very very nice words … and yeah once vagabond, forever vagabond … uff at the moment we cant imagine living in a flat with a daily routine … but at one point we also have to go back to this and somehow we are even looking forward … but at the moment we enjoy the freedom of a vagabond at the most beautiful places … so hope to see your nice van + the two of you somewhere on the road (or next to the road at the seaside) and maybe a dog too 😉 … there are vegan dogs, so thats not an excuse 😉

      Keep the vagabond soul alive and see u on the road

      Warmest greetings from

      Chacha, Luna, Annina and Karl

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